Globales Lernen



Global egal?

Horst Rehfuss

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Globales Lernen

Wenn Michael mit Muhammad und Nina mit Natascha über den Schulhof gehen, dann sind sie - oder wir - schon mitten drin im Globalen Lernen. Sie können sich ein Leben ohne Jeans, Coca-Cola, Nokia oder Mc Donalds kaum mehr vorstellen Globalisierung konkret.
Ist aber auch unsere Bildung so konkret global? Können wir in unseren Schulen mit der Entwicklung um uns herum mithalten? Wie können wir unsere Schülerinnen und Schüler auf ihre Zukunft in diesen globalen Strukturen sinnvoll vorbereiten?
Dazu muss Schule und Unterricht z. B. dazu befähigen, die Welt offener und multiperspektivischer zu sehen. D. h. Unterricht muss Weltsichten vermitteln und nicht die Dinge verengt durch die eurozentristische Brille sehen lassen.
Dazu muss Schule soziales und interkulturelles Lernen gleichberechtigt und gleichrangig zu Stoffvermittlung und beruflicher Qualifikation sehen. D. h. Schule muss ihren Erziehungsauftrag wieder ernst nehmen und Persönlichkeitsbildung, Werteerziehung usw. in Unterricht hinein nehmen.
Dazu muss Schule Friedenserziehung als einen wichtigen Grundpfeiler ihrer Arbeit sehen. D. h. Schule muss Programme zu gewaltfreiem Umgang, wie z.B. Schritte statt Tritte, Streitschlichter-Training oder Planspiele zu demokratischem Verhalten in ihren Unterrichtsalltag aufnehmen.
Dazu muss Schule sich stärker in lokale Agenda-Prozesse einbinden (lassen). D. h. Schule muss in konkreten Prozessen einen Beitrag zu Umwelt- und Ressourcenschutz leisten, wie z. B. mit Energiespar-Programmen oder Nutzung erneuerbarer Energien.
Dazu muss Schule Ausgrenzungen (von ethnischen Minderheiten, Behinderten u. a.) entgegenwirken. D. h. Schule muss gewährleisten, dass alle in unserer Gesellschaft Lebenden ihr Menschenrecht auf Bildung einlösen können.
Dazu muss Schule ihre Unterrichts- und Lernmethoden und -formen den oben genannten Forderungen anpassen. D. h. schulische Bildung muss die Bildungsinhalte in angemessener Form vermitteln. Dazu gehören verstärktes Arbeiten in Projekten, mehr eigenverantwortliches Lernen, mehr ganzheitliche Sichtweisen (weg vom Fachunterricht), hin partizipatorischem, demokratischem Unterricht.

Horst Rehfuss, Forumsbeitrag vom 13.02.2003 für den Kongress "Globales Lernen" in Baden-Württemberg,

Quelle: Online-Froum Medienpädagogik

http://www.kreidestriche.de/onmerz/forum/forum.pl?action=show_detail&forumname=glernen&forumid=3

(www.kreidestriche.de wurde im Dez. 2003 vom Netz genommen.)

 


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