Friedenserziehung



Anfragen an Friedenserziehung (1993)

Günther Gugel


Zum Bereich der sich verändernden Rahmenbedingungen

Zum Bereich der normativen Zielsetzungen

Zum Bereich der Inhalte und Themenfelder

Zum Bereich der konkreten Erziehungs- und Bildungsarbeit?

Zum Bereich der Organisation von Bildung und Erziehung


Zum Bereich der sich verändernden Rahmenbedingungen

Zum Inhalt von
Friedenserziehung
  • Welche Konsequenzen erwachsen aus den polischen Umwälzungen der letzten Jahre für die Friedenserziehung? Können bestimmte Prämissen als überholt gelten, wenn ja, welche?
  • Wo liegt heute der Orientierungsbedarf bei Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen, wo der bei den sozialen Bewegungen?
  • Wie läßt sich das (aktuelle) Zusammenspiel der unterschiedlichen Dimensionen aktueller Gewalt (strukturell, direkt, kulturell) für Theorie und Praxis der Friedenserziehung berücksichtigen?

Zum Bereich der normativen Zielsetzungen

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  • Welche Definition des Friedens ist angesichts der wachsenden globalen Gefärdungen heute zeitgemäß und angesagt?
  • Sollte es globale (und für alle gültige) Ziele der Friedenserziehung geben? Von wem können sie formuliert und wie können sie begründet werden?
  • Was muß unter »Friedenslernen« bzw. »Erziehung zur Friedensfähigkeit« heute verstanden werden?
  • Sind die bislang formulierten Ziele der Friedenserziehung prinzipiell erreichbar oder liegen sie jenseits pädagogischer Realisierungsmöglichkeiten?
  • Welches sind die (subjektiven und objektiven) Grenzen einer Friedenserziehung?

Zum Bereich der Inhalte und Themenfelder

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  • Welche »Basisthemen« müssen jenseits von politischen und gesellschaftlichen Zeitströmungen aufgegriffen werden?
  • Welche Themen und Fragestellungen der Friedenserziehung sind aufgrund der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Verältnisse und Entwicklungen drängend und wichtig?
  • Welchen Stellenwert müssen ökologische Problemlagen (»Frieden mit der Natur«) erhalten? Wie ist dabei die Abgrenzung zur Ökopädagogik zu sehen?
  • Welchen Stellenwert muß der Gesichtspunkt der »Einen Welt« erhalten? Wie ist die Abgrenzung zur Dritte-Welt-Pädagogik, bzw. Entwicklungspädagogik zu sehen?
  • Welchen Stellenwert sollte vor dem Hintergrund zunehmender gewalttätiger Konfliktaustragung der gewaltfreie Umgang mit Konflikten erhalten?
  • Wo bezieht Friedenserziehung ihr Wissen (über Inhalte und Umsetzung) her? Ist eine »Anbindung« an die Bezugswissenschaften (Friedensforschung, Pädagogik, Sozialpsychologie usw.) gewährleistet?
  • Wie kann friedenspädagogisches Grundwissen erarbeit werden, das sowohl sozialwissenschaftlichen Standards als auch Praxisanforderungen entspricht?
  • Was sollte ein handlungsorientiertes friedenspädagogisches Programm für die verschiedenen Altersgruppen beinhalten?

Zum Bereich der konkreten Erziehungs- und Bildungsarbeit?

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  • Unter welchen Bedingungen findet heute Lernen von Kindern und Jugendlichen statt? Welche Rolle spielen dabei die mangelnden Zukunftschancen und die globalen Zukunftsprognosen?
  • Wie kann das Spannungsverhältnis von Sensibilisierung gegenüber allen Formen der Gewalt und dem Aushalten von Gewalt , ohne selbst gewalttätig zu werden, gelöst werden?
  • Wie können Kinder und Jugendliche heute eine eigene Identität und Ichstärke entwickeln? Wie können in diesem Prozeß die dabei vorkommenden Unsicherheiten, Ängste und Minderwertigkeitsgefühle so aufgefangen werden, daß sie sich nicht gegen Andere richten oder in eigene Selbstzerstörung münden?
  • Welche Rolle spielt der Umgang mit Spielzeugwaffen (bei Kindern) oder mit richtigen Waffen (bei jungen Männern) für die Ausbildung einer grundlegenden Haltung zur Gewalt bzw. Gewaltfreiheit?
  • Welche Rolle spielen heute die Medien bei der Frage der Gewaltpropagierung und Gewaltakzeptanz? Welche Möglichkeiten bieten Medien für die Entwicklung einer gewaltfreien Kultur?

Zum Bereich der Organisation von Bildung und Erziehung

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  • Kann und soll Friedenserziehung in allen Erziehungs- und Bildungsbereichen institutionalisiert werden oder soll sie sich gegen institutionelle Vereinnahmung wehren?
  • Wie können Kinder und Jugendliche verstärkt (bzw. überhaupt) in politische Entscheidungen einbezogen werden? Welche Möglichkeiten der Beteiligung sind denkbar?
  • Welche transnationalen Ansätze einer Friedenserziehung sind vorhanden? Welche Erfahrungen wurden (etwa in den Bereichen Jugendaustausch, Städtepartnerschaften, workcamps usw.) gemacht?
  • Welche Möglichkeiten des Informationsaustausches und der Kooperation für die in der friedenspädagogischen Bildungsarbeit Tätigen sind vorhanden? Reichen diese aus?
  • Ist die Kooperation und der Austausch mit den Bezugswissenschaften ausreichend?
  • Ist die Kooperation und der Austausch mit den anderen Erziehungseinrichtungen und Bildungsträgern ausreichend?

Anfragen an Friedenserziehung (1993). In: Günther Gugel / Uli Jäger (Hrsg.): Friedenserziehung. Arbeitsansätze, Anregungen und Erfahrungen aus dem Verein für Friedenspädagogik Tübingen. Eine Dokumentation. Tübingen 1993.

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