
Schule - Friedenserziehung als Lernprinzip
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Ansätze und Hindernisse für eine Friedenserziehung in der Schule |
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| Zum Inhalt von Friedenserziehung |
| Seit Beginn der neunziger Jahre erwecken zahlreiche Berichte in den Medien
den Eindruck, daß gewalttätiges Verhalten in den Schulen zunimmt
und einen bislang nicht gekannten Grad an Brutalität erreicht hat.
Mit Schlagzeilen wie: "Die rasten einfach aus. An deutschen Schulen
explodiert die Gewalt"1 oder "Die Gewalt macht Schule. Aufrüstung
im Klassenzimmer"2 wird über Diebstahl, Erpressung, Schlägereien,
Drohungen und Beleidigungen berichtet. Gezeigt werden Schlagringe, Springmesser,
Gaspistolen, Elektroschockgeräte oder asiatische Wurfsterne, die man
den SchülerInnen abgenommen hat. Interviews mit "TäterInnen"
werden geführt, die den Schluß nahelegen, daß es für
die Gewaltanwendungen keinerlei Begründungen gibt. Mit den Opfern wird
wenig gesprochen und die für Schulstrukturen Verantwortlichen scheinen
aus dem Blickwinkel der Kritik geraten zu sein. Auch Fachverlage und -autorInnen
greifen auf sensationsheischende Titel wie "Überlebenskampf im
Klassenzimmer"3 oder "Faustrecht auf dem Schulhof"4 zurück. Wissenschaftliche Untersuchungen, die das Bild von der Gewaltexplosion relativieren, werden dabei kaum zur Kenntnis genommen. |
Gewalt in der Schule |
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Explodiert die Gewalt an deutschen Schulen?
Bereits in den 70er Jahren wurden Untersuchungen über aggressives Verhalten
in den Schulen durchgeführt und Empfehlungen zum Umgang mit diesen
unliebsamen Erscheinungen entwickelt.5 Wieviel und welche Gewalt? Ergebnisse zum Ausmaß direkter Gewaltanwendung
Eine Reihe von Kultusministerien haben vor dem Hintergrund der öffentlichen
Diskussionen eigene Gutachten über die Verbreitung von Gewalt an Schulen,
die Ursachen und die Präventionsmöglichkeiten in Auftrag gegeben.9
Die zumeist empirischen Untersuchungen zeigen, daß es erhebliche Unterschiede
im Ausmaß der Gewalt zwischen den verschiedenen Schultypen gibt und
daß offensichtlich auch regional stark differenziert werden muß.
Am häufigsten wird aus Förder- und Hauptschulen über Gewalttätigkeiten
berichtet; in den Grundschulen und Gymnasien dagegen scheint das Gewaltproblem
noch am geringsten zu sein.10 Weiterhin zählen mehr Schulen in Städten
zu den Problemfällen als Schulen in ländlichen Gebieten.
Völlig ausgeblendet wird allerdings der Bereich der direkten Gewalthandlungen von LehrerInnen gegenüber SchülerInnen. Warum Gewalt? Ursachen für direkte Gewaltanwendung durch SchülerInnenZu den schulspezifischen (innerschulischen) Faktoren die gewalttätiges Verhalten fördern, zählen vor allem der hohe Leistungsdruck, die einseitig kognitive Beanspruchung bei gleichzeitiger Vernachlässigung von emotionalen und sozialen Aspekten, die Anonymität des "Lernortes Schule" sowie eine starre und unflexible Unterrichtsgestaltung. In dem schon erwähnten Gutachten aus Schleswig-Holstein heißt es:
Das Ausmaß der Gewalt unter Schülern ist nicht gravierend,
aber zeigt einen hohen Zusammenhang mit dem Verhalten in Sprache und Ausdruck.
Schulunlust, Langeweile, Unterforderung und Lärm im Unterricht sind
Risikofaktoren für Vandalismus und tendenziell auch für Gewalt.
Ein geringer Leistungsstand der Kinder bzw. Leistungsversagen sind Risikofaktoren
für die eigene Beteiligung an Gewalttaten, bei denen die psychischen
Formen der Aggression eine zusätzlich vermittelnde Rolle spielen können."16
Gewalt durch SchülerInnen: Eine eingeschränkte Sichtweise
Ähnlich wie bei dem Phänomen der Jugendgewalt findet auch bei
der gegenwärtigen Diskussion um Gewalt in der Schule eine problematische
Reduktion des Gegenstandes auf die Ebene der von SchülerInnen ausgeübten
direkten Gewalt statt. Die gegenwärtige "Schule-und-Gewalt-Diskussion"
ermöglicht eine "schnelle und starke Moralisierung individuellen
Handelns und immunisiert gesellschaftliche Stukturverhältnisse".18
Dies war während der siebziger bis Mitte der achtziger Jahre anders,
als Schülergewalt eher im Kontext staatlicher Erziehungsgewalt und
der gesellschaftlichen Strukturen gesehen wurde.19 Umgangsmöglichkeiten mit direkter Gewalt an Schulen"Manchmal hilft schon ein bißchen Anstreichfarbe" titelte die Frankfurter Rundschau und macht darauf aufmerksam, daß vernachlässigte Räumlichkeiten oder nicht behobene Sachbeschädigungen zum Vandalismus und zum Beschmieren der Wände motivieren. Umgekehrt sind in Schulen, in denen Kinder ihre Räumlichkeiten selbst gestalten, erheblich weniger offene Aggressionen festzustellen. Schule kann als sozialer Lernort entwickelt werden, in dem auch Kinder Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten haben. Ebenso notwendig ist es,
Dies bedeutet z.B. die systematische Beobachtung und Entschlüsselung
nonverbaler und paraverbaler Verhaltensmerkmale oder das Erkennen von Auslösern
und fördernden Bedingungen für aggressives Verhalten. Es geht
also darum, den sozialen und mitmenschlichen Seiten stärkeres Gewicht
zu verleihen, das soziale Lernen in den Vordergrund zu stellen. |
Friedenserziehung in der Schule |
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Friedenserziehung läßt sich nicht auf einzelne Unterrichtseinheiten begrenzen, obwohl diese natürlich von Belang sind. Es geht auch (und zentral) um die Schulkultur, um die Art des Lehrens und Lernens, denn Schule besteht nicht nur aus Unterricht.24 Bei Kenntnis aller Kritik am "Lernort Schule" beschreibt Brigitte Reich Vorzüge der Institution Schule für eine Erziehung zum Frieden: LehrerInnen verfügen auch in der von vielen Zwängen erfaßten Schule über pädagogische Freiräume, die es für Friedenserziehung zu nutzen gelte.
In diesem Zusammenhang spielt auch das Selbstverständnis der LehrerInnen
eine Rolle. Erziehung läßt sich nur gedanklich und idealtypisch
vom Unterricht trennen. Deshalb ist Schulunterricht ohne einen sinngebenden
Kontext, ohne die Förderung nicht nur des Lernens, sondern auch der
lernenden Personen nicht möglich, wie der Pädagoge Andreas Flitner
zeigt. Die Erziehung zu Toleranz und Völkerverständigung - Normen,
die in den Länder- und Schulverfassungen immer wieder genannt werden
- ist Teil der Schule und Aufgabe der Lehrenden: "Der unpolitische
Lehrer ist nicht ein Musterstück (wie manche Behörden glauben
machen und manche Eltern wünschen), sondern ein pflichtvergessener
Erzieher, der entweder aus Angst vor Kollisionen oder Spannungen oder aus
eigener politischer Gleichgültigkeit seine Aufgaben nicht erfüllt.
(...) Zurückhaltung und Stellungnahme sind nötig; das eigene Urteil
und Engagement muß sichtbar sein und zugleich die Urteilsfähigkeit
der Kinder selbst freigegeben und gefördert werden - das ist es, was
die Kunst und den Takt des Lehrers fordert."26
Mit die zentrale Frage ist dabei, welche Lernprozesse tatsächlich
in der Schule ablaufen, was SchülerInnen in der Schule erleben, und
welches Verhalten dort belohnt wird.
Friedenserziehung in der Schule bedeutet weiter,
Friedenserziehung in der Schule bedeutet nicht zuletzt,
Das Ziel, durch Erziehung und Bildung einen Beitrag zur Friedensfähigkeit der Kinder und Jugendlichen zu leisten, ist nicht einfacher zu haben. Denn ganzheitlich gebildete Menschen, die in der Lage sind, ihr Leben und das ihrer sozialen Umwelt verantwortlich zu gestalten, brauchen nicht nur kognitives Wissen, sondern müssen eben auch soziale und politische Lernprozesse durchlaufen. |
Ansätze und Hindernisse für eine Friedenserziehung in der Schule |
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Friedenserziehung in Brandenburg und ThüringenDer Vorgang ist einmalig: Mit nahezu gleichlautenden Formulierungen erklärten 1993 zuständige Gremien in Brandenburg (Regierungskoalition zwischen SPD und Bündnis 90/Grüne) und Thüringen (CDU-Regierung) die Friedenserziehung zu einem wichtigen Schulprinzip. So heißt es zum Beispiel in einem Rundschreiben des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg an alle staatlichen Schulämter: "Friedenserziehung ist eine Aufgabe, die sich in allen Schulformen, Schulstufen und Jahrgängen stellt. (...) Es ist Ziel der Friedenserziehung, mit den Kindern und Jugendlichen die Fähigkeit zum toleranten und gewaltfreien Umgang zu entwickeln. Dazu gehört auch die Entwicklung von Selbstbewußtsein, um anbefohlenen Gehorsam ablehnen zu können und die eigene Gewissensentscheidung zum Maßstab des Handelns zu machen." Die vergleichbare Passage findet sich in einem Beschluß des Landtages von Thüringen zum Thema "Friedenserziehung an den Schulen".34 LehrerInnenfortbildung in Nordrhein-Westfalen
Im Schuljahr 1988/89 richteten die Regierungspräsidenten in den fünf
Regierungsbezirken in Nordrhein-Westfalen feste Fortbildungsgruppen für
Friedenserziehung ein. Bis Februar 1994 haben etwa 1.400 LehrerInnen an
dieser landesweiten Fortbildungsmaßnahme zum Thema Friedenserziehung
im Unterricht teilgenommen.35 Die Gefahr der Indoktrination
"Der Wunsch, mit Hilfe der Schule soziale und politische Probleme in
Ordnung zu bringen oder jedenfalls im Staatsinteresse zu beeinflussen ist
(...) so alt wie die Pflichtschule selbst", schreibt Andreas Flitner.36
In der Tat, haben Kultusministerien, insbesondere in Zusammenhang mit Friedenserziehung,
immer wieder versucht, offizielle Sichtweisen von Sicherheitspolitik und
der Notwendigkeit von Militär zu vermitteln und oppositionell-kritische
Sichtweisen zu unterdrücken. Dies war in besondere Weise in der ehemaligen
DDR in Zusammenhang mit der Vormilitärischen Erziehung bzw. Wehrkunde
der Fall. Aber diese Bemühungen gab es auch in der Bundesrepublik .37
Das Verständnis von Lernen in der Schule
Friedenserziehung im Sinne eines Friedensunterrichts oder als Unterrichtsthema
in die vorhandene Schulstruktur und Unterrichtsorgansiation eingliedern
zu wollen, ist nicht möglich. Zwar kann man bestimmte Sachaspekte fächerspezifisch
zuordnen, um damit friedensrelevante Inhalte aufzugreifen, ihre Umsetzung
ist damit jedoch noch nicht an den Prinzipien der Friedenserziehung orientiert.
"Friedenserziehung didaktisch so organisieren zu wollen wie die Information
über beliebige andere historische Gegenstände oder gar die Einführung
einer neuen Rechnungsart, erscheint uns der Sache nicht angemessen."39 Zusätzliche Belastungen und Probleme für die Schulorganisation und LehrerInnen
Natürlich wird die Einführung von Friedenserziehung an Schulen
auch Schwierigkeiten und Probleme mit sich bringen. Austausch und Beteiligung
heißt für viele Betroffene zunächst auch, mehr Engagement
bringen zu müssen und mehr Zeit für die Vorbereitung und Fortbildung
zu investieren. Viele LehrerInnen klagen jedoch bereits jetzt, wegen der
Überfülle des Stoffplans keine Zeit zu haben. |
Anmerkungen |
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| 1 Vgl. Der Spielgel Nr. 42/1992, S. 36-49. 2 Vgl. Michael Spreiter: Die Gewalt macht Schule. Aufrüstung im Klassenzimmer. In: Psychologie Heute, Nr. 2/1993, S. 58-63. 3 Inghard Langer: Überlebenskampf im Klassenzimmer. Was Schüler und Eltern gegen den Gewaltterror tun können. Freiburg 1994. 4 Jochen Korte: Faustrecht auf dem Schulhof. Über den Umgang mit aggressivem Verhalten in der Schule. Weinheim / Basel 1993, 3. Auflage. 5 Vgl. Henry Meier / Irmgard Meier-Olek: Aggressives Verhalten von Grundschülern während der Pausenzeit auf dem Schulhof. In: Allgemeiner Schulanzeiger Nr. 2/77, S. 67-76. Ursel Redepenning: Brutalität unter Kindern und Jugendlichen in der Schule. Ursachen und Lösungsvorschläge. In: Jugendschutz heute, Nr. 5/1977, S. 1-3. 6 Hans-Dieter Schwind / Jürgen Baumann u.a. (Hrsg.): Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland. Endgutachten der Unabhängigen Regierungskommission zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt. Band I. Endgutachten und Zwischengutachten der Arbeitsgruppen. Berlin 1990. S. 71. 7 Vgl. Spreiter, a.a.O., S. 58. 8 Vgl. Gert Herweg: Vom öffentlichen zum pädagogischen Diskurs - Anmerkungen zum Thema "Gewalt in der Schule". In: Hessisches Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung, Nr. 3/1993, S. 13. Zu selben Ergebnis kommt auch eine im September 1994 vorgestellte Studie über die Einschätzung von Schulleitern zur Gewalt in ihren Einrichtungen. Vgl. Ulrich Meier / Klaus-Jürgen Tillmann: Gewalt in der Schule - ein Medienproblem? In: Frankfurter Rundschau, 7.9.1994, S. 12. 9 Vgl. Die Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport des Landes Schleswig-Holstein (Hrsg.): Gewalt an Schulen in Schleswig-Holstein. Gutachterliche Stellungnahme. Kiel 1993. Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung (Hrsg.): Gewalt von Kindern und Jugendlichen in Hamburg. Hamburg 1992. Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport Berlin (Hrsg.): Gruppengewalt und Schule. Dokumentation einer Dienstbesrpechung in der Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport. Berlin 1992. Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Zum Umgang mit der Gewaltakzeptanz. Erste Handreichung für Pädagogen und Lehrer im Freistaat Sachsen. Dresden 1992. 10 Eine Studie des Bundesverbandes der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand weist in einer Längsschnittuntersuchung der Jahre 1982-1991 ebenfalls darauf hin, daß bei sog. "Raufunfällen" Haupt- und Sonderschulen die höchsten Quoten aufweisen. Vgl. Bildung & Wissenschaft, März 1994, S. 30. 11 Die Ministerin für Bildung, a.a.O., S. 39. Im Auftrag der Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport des Landes Schlswig-Holstein untersuchten im letzten Quartal 1992 Roman Ferstl, Gabriele Niebel (beide vom Institut für Psychologie der Christian-Albrechts-Universität) und Reiner Hanewinkel (IFT-Nord, Institut für Therapie und Gesundheitsforschung, Kiel) Verbreitung und Erscheinungsformen von Gewalt und Aggression in den Schulen des Landes. 12 Vgl. Ulrich Meier / Klaus-Jürgen Tillmann, a.a.O. 13 Vgl. Die Ministerin für Bildung, a.a.O. Schwerpunkte der Gewalt bilden die Förderschulen. "Psychische Gewalt" häuft sich besonders auffällig in Hauptschulen, kombinierten Grund- und Hauptschulen, Realschulen und Förderschulen, wenn man berücksichtigt, daß hier über 50 Prozent der Schüler häufig bis sehr häufig "gemeine Ausdrücke" verwenden. Deutlich am wenigsten belastet sind - neben den Berufsschulen - die Grundschulen. "Fertigmachen" von LehrerInnen haben schon über 50 Prozent der SchülerInnen erlebt. 13 Prozent berichten dies oft bis sehr oft. 14 Vgl. ebd. 15 G. Fornero: Praxisbericht zum Thema "Gewalt und Aggressionen an der Schule. Gelsenkirchen o.J. (1992), S. 5. Der Bericht umfaßt Gesprächsprotokolle, Veranstaltungen, Fragebogenereignisse, die im Schuljahr 1991/92 von Oktober 1991 bis Juli 1992 entstanden sind, bzw. durchgeführt wurden. 16 Vgl. Ministerium für Bildung, a.a.O., S. 42, 44. Die in der Öffentlichkeit oft behaupteten Zusammenhänge zwischen Vandalismus und Schulgröße, Klassengröße oder baulichem Zustand der Schule sind durch diese empirische Untersuchung nicht bestätigt worden. Auch die Untersuchung über Gewalt an hessischen Schulen konnte keinen Zusammenhang zwischen der Größe einer Schule und der Häufigkeit von Gewalterscheinungen feststellen. Vgl. Ulrich Meier / Klaus-Jürgen Tillmann, a.a.O. 17 Klaus Hurrelmann: Sondergutachen Gewalt in der Schule. In: Hans-Dieter Schwind / Jürgen Baumann u.a. (Hrsg.): Ursachen, Prävention und Kontrolle von Gewalt. Analysen und Vorschläge der Unabhängigen Regierungskommission zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt. Band III. Sondergutachten. Berlin 1990, S. 367 ff. Heidrun Bründel / Klaus Hurrelmann: Gewalt macht Schule. Wie gehen wir mit aggressiven Kindern um? München 1994, S. 123 ff. 18 Franz Hamburger: Gewaltdiskurs in der Schule. In: Wilfried Schubarth / Wolfgang Melzer (Hrsg.): Schule, Gewalt und Rechtsextremismus. Opladen 1993, S. 168. 19 Vgl. Wilfried Schubarth: Schule und Gewalt: ein wieder aktuelles Thema. In: Schubarth / Melzer, a.a.O., S. 25 ff. 20 Dieser Sichtweise wird vor allem von einer Reihe von Lehrern z.T. heftig widersprochen: "So ist Schule mit Sicherheit nicht der Inbegriff von Wettbewerb (...) Aber selbst übertriebene Jagd nach guten Noten führt nicht zu Konkurrenzverhalten der Schüler, (...) Im übrigen wird sich Jugendforscher Hurrelmann sagen lassen müssen, daß man Schüler an deutschen Schulen nicht gegeneinanderhetzt", meint Jochen Korte, Rektor einer Förderschule. Vgl. Jochen Korte, a.a.O. S. 24. 21 Vgl. Landesjugendring Thüringen e.V. (Hrsg.): Friedenserziehung in der Schule. Anhörung vor dem Bildungspolitischen Ausschuß des Thüringer Landtages am 18. Februar 1993. Erfurt 1993, S. 18. 22 Vgl. G. Fornero, a.a.O., S. 14. 23 So auch der Titel des Buches von Hartmut von Hentig. Vgl. Hartmut von Hentig: Die Schule neu denken. München 1993. 24 Vgl. Lutz Dunker: Rückfragen an Didaktik und Schulstruktur. Pädagogische Überlegungen zum Frieden in der Schule. In: Evang. Akademie Bad Boll: Protokolldienst 15/89: Lernfeld Frieden. Entwicklungen, Pädagogische Initiativen und Tätigkeiten. S. 68-77. 25 Vgl. Brigitte Reich: Distanz oder Nähe? Zur Wechselwirkung von Friedenserziehung und Friedensbewegung. In: Ulrike C. Wasmuht (Hrsg.): Ist Wissen Macht? Baden-Baden 1992, S. 157-166. 26 Andreas Flitner: Friedenserziehung im Streit der Meinungen. In: Zeitschrift für Pädagogik, Heft 6/1986, S. 770. 27 Hans Nicklas: Friedensfähigkeit als Ziel von Erziehung und Bildung. In: Jörg Calließ / Reinhold E. Lob (Hrsg.): Handbuch Praxis der Umwelt und Friedenserziehung. Band 1. Düsseldorf 1987, S. 29. 28 Vgl. Landesinstitut für Pädagogik und Medien (Hrsg.): Friedenserziehung in der Schule (I). Konzeption und Anregungen für den Unterricht. Dudweiler 1989, S. 27 f. 29 Georg Israel / Botho Priebe: Friedenserziehung: Worauf es jetzt ankommt!. In: Landesinstitut für Schule und Weiterbildung (Hrsg.): Schularbeiten, Heft 2, Dez. 1989: Friedenserziehung, S. 2-9. K. Klemm u.a.: Bildung für das Jahr 2000. Bilanz der Reform. Zukunft der Schule. Reinbek 1985. 30 Vgl. Paul Ackermann (Hrsg.): Politisches Lernen vor Ort. Außerschulische Lernorte im Politikunterricht. Stuttgart 1988. 31 Vgl. K. Peter Fritzsche: Frieden - ein Thema in europäischen Schulgeschichtsbüchern. Hildesheim 1992. Brigitte Reich: Erziehung zur Völkerverständigung und zum Frieden. Ein internationaler Vergleich zur Umsetzung der UNESCO-Empfehlung in Geschichts- und Sozialkundebüchern der Sekundarstufe II. Peter Lang Verlag, Frankfurt/M. u.a. 1989. Gerd Stein: (Un)Frieden als Schulbuch-Thema. Friedenspädagogik deutscher Schulen im Wechsel politischer Systeme: Kontinuität und Diskontinuität. Duisburg 1984. (Institut für Schulbuchforschung ifs-Impulse 4). 32 Vgl. Roman Thömmes: Der heimliche Lehrplan: Friedenserziehung in der Schule. Vom Sinn und Nutzen des Pädagogischen Tages. In: Pädagogische Notizen, 1/89, S. 10 ff. 33 Vgl. Caspar Kuhlmann: Zur Entstehung und Entwicklung der Arbeitsmappen "Friedenssicherung - Friedenserziehung". In: Freie Hansestadt Bremen. Der Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst (Hrsg.): Arbeitsmappe Friedenssicherung - Friedenserziehung. Folge 7, Teil A. Bremen 1988, S. V ff. 34 Vgl. Landesjugendring Thüringen e.V., a.a.O. Vgl. auch: Thüringer Landtag 1. Wahlperiode. Unterrichtung der Landesregierung zu dem Beschluß des Landtages vom 3.6.1993. Friedenserziehung in den Schulen Thüringens. Drucksache 1/2961, 22.12.1993. 35 Vgl. Uli Blasczyk: Friedenserziehung im Unterricht. Ein Angebot der Lehrerfortbildung in Nordrhein-Westfalen. In: puzzle. Zeitschrift für Friedenserziehung, Nr. 1/1994, S. 2 ff. 36 Andreas Flitner: Friedenserziehung im Streit der Meinungen. a.a.O., S. 764. 37 Vgl. Gisela Helwig: Schule in der DDR. Köln 1988. Dieter S. Lutz (Hrsg.): Weder Wehrkunde noch Friedenserziehung? Baden-Baden 1984. Christian Rak: Friedenserziehung kritisch gesehen: Der neue Lehrplan für das Fach Gemeinschaftskunde an Gymnasien. In: puzzle. Zeitschrift für Friedenspädagogik, 3/1994. 38 Kultusministerkonferenz-Beschluß Nr. 824 vom 25.5.1973. In: Kultusminister- Konferenz: Sammlung der Beschlüsse der ständigenKonferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. Neuwied 1982, Erg.L. 44, S. 2 f. 39 Klaus Mollenhauer: Anmerkungen zur Möglichkeit der Friedenserziehung. In.: Günter Schreiner / Jochen Schweizer (Hrsg.): Friedensfähigkeit statt Friedlichkeit. Die Deutsche Schule. Auswahlband. Frankfurt 1986, S. 59. 40 Die Einführung eines "Sokratischen Eides" wurde von Hartmut von Hentig vorgeschlagen um das Bewußtsein von LehrerInnen und ErzieherInnen für ihre Aufgaben und ihre Verantwortung zu schärfen. Hartmut von Hentig: Der Sokratische Eid. In: Friedrich Jahresheft X. Seelze 1992, S. 114. |
| Günther Gugel / Uli Jäger: Gewalt muss nicht sein. Eine Einführung in friedenspädagogisches Denken und Handeln. 3. Aufl., Tübingen 1997, S. 245-262.. |
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