Kinderarbeit - Titelbild-DesignerIn |
| Übersicht Unterricht konkret |
Didaktische Hinweise
Verlaufsskizze
Stehen die technischen Möglichkeiten (z.B. im Informatikraum) zur
Verfügung, so können Titelbilder auch als Computergraphik angelegt
werden. |
| M 1 --> Der gemalte Leitartikel | Seitenanfang |
| Zwei oder auch mehr Motive unterschiedlicher Herkunft werden zu einem
neuen Bild kombiniert; die Schlagzeile ermöglicht die rasche Interpretation.
Zur Erläuterung einige Beispiele: Die Gefahr »tödlicher Eier&laqno; wird durch Eier in einem schwarzen Sarg verbildlicht. In der »verlotterten Republik&laqno; ist das deutsche Wappentier zu einem gerupften Adler verkommen. (...) Neben dieser Verknüpfung zweier Motive finden sich andere Formen weit seltener. Da ist vor allem das Porträtfoto zu nennen, das immerhin über fast drei Jahrzehnte der bevorzugte Blickfänger des SPIEGEL war. 1993 tauchte es unter den 52 gedruckten Titeln nur noch zwölfmal auf. (...) Die traditionelle, gezeichnete Karikatur, die bis zum Zweiten Weltkrieg eine der meist verbreiteten Formen der politischen Grafik war, zierte sogar nur dreimal die Titelseiten. Ihre Wirksamkeit steht jedoch außer Frage. (...) Schon auf den ersten Blick läßt sich feststellen, daß die traditionelle Ikonographie, mit einer aus antiker Mythologie, biblischer Geschichte und barocker Allegorie gespeisten Bildsprache, nur noch selten als Motivlieferant dient. (...) Die überwiegende Zahl der Bildmotive ist unserer heutigen Welt entlehnt. Unsere Umwelt wird in einem bis vor wenigen Jahrzehnten noch ungeahnten Ausmaß von Foto und Film erfaßt und in ihrer Erscheinung interpretiert. (...) Der Ansatzpunkt der Bildsprache liegt zumeist im verbalen Bereich, in Metaphern und Redewendungen, die mehr oder minder wörtlich umgesetzt werden: »Kassenfüller Autobahn&laqno;, »Gen-Fraß&laqno;, »Ozon-Smog&laqno;, »Kinder-Arbeit&laqno;. (...) Bei der wirksamen Kombination der Motive kommen dem Gestalter neue Bildtechniken zugute. Waren bis vor kurzem noch die Collage, die Zeichnung und die Fotomontage mehr oder minder starre Techniken in der Hand des Entwerfers, so ermöglicht heute der Computer eine nahezu uneingeschränkte Manipulation von Bildvorlagen, etwa Fotos und Zeichnungen, die zuvor eingelesen und digitalisiert wurden. Spiegel-Verlag (Hrsg.): Die Unveröffentlichten. 271 SPIEGEL-Titel aus 1993. Hamburg 1994, S. 6 f., Auszüge. |
| M 2 --> Kinderarbeit | Seitenanfang |
| Weltweit gingen 1994 rd. 200 Mio. Kinder unter 15 Jahren, vor allem in
den Entwicklungsländern, nach Schätzungen der Internationalen
Arbeits-Organisation (ILO, Genf/Schweiz) z.T. unter lebensbedrohenden Umständen
der Arbeit nach. Die Sozialminister der EU verabschiedeten im November 1993
eine Richtlinie, die eine Erwerbstätigkeit von Personen unter 15 Jahren
verbietet, um die Kinder vor Gesundheitsgefahren zu schützen. Entwicklungsländer: In den Entwicklungsländern reicht das Einkommen der Erwachsenen häufig nicht, um Familien zu ernähren. Kinder werden von Unternehmern zur Arbeit gezwungen, um Schulden ihrer Eltern abzuarbeiten (sog. Schuldsklaverei oder Zwangsarbeit). Die Kinder erhalten für gleiche Tätigkeiten niedrigere Löhne als Erwachsene. Folgen der Belastung sind oft Verletzungen, Krankheiten und Unterentwicklung. Deutschland: Etwa 40 % der Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren gingen in Deutschland einer Studie der Universtiät Münster vom September 1993 zufolge regelmäßig einer Arbeit nach, die Hälfte davon übte Tätigkeiten aus, die gesetzlich verboten waren, oder arbeiteten zu lange. Kinder arbeiten vor allem in Privathaushalten (z.B. Babysitten). Hauptmotiv war der Verdienst (64 %), 22 % wollten der Langeweile entgehen. Jedes fünfte Kind gab an, daß sich die Arbeit negativ auf Schulleistungen auswirke und sie geistig und körperlich belaste. Bodo Harenberg (Hrsg.) Aktuell 95. Das Lexikon der Gegenwart. Dortmund 1994, S. 264 f., Auszüge. |
| M 3 --> Teppich-Kinder | Seitenanfang |
| Etwa 100.000 Kinder arbeiten in indischen Dörfern an Knüpfrahmen.
Sie bilden zwei Drittel der Beschäftigten im Teppichhandwerk Indiens.
Die Kinder, meist Jungen, sind zwischen fünf und 15 Jahre alt und arbeiten
tagtäglich bis zu 20 Stunden in oft dunklen und schlecht belüfteten
Räumen. Ein Teppichexporteur meint hierzu: »In einem Land, in dem so viele Menschen, auch Kinder, hungern, ist es doch wunderbar, wenn diese Kinder zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen können.&laqno; Zitat aus dem Video »Kinderarbeit in der Teppichindustrie&laqno;. Verleih: BROT FÜR DIE WELT, Postf. 101142, 70010 Stuttgart. |
| Literaturhinweise | Seitenanfang |
| Deutsche Welthungerhilfe (Hrsg.): BAL - Samsara. Kinder und Jugendliche
unserer Welt. Ausgabe 1/95: Kinder und Arbeit. Bonn 1995. Kindernothilfe (Hrsg.): Report Kinderarbeit. Die Sklaven von heute. Duisburg 1994. Liebel, Manfred: Wir sind die Gegenwart. Kinderarbeit und Kinderbewegungen in Lateinamerika. Frankfurt/M. 1994. Misereor Lehrerforum, Ausgabe Nr. 20, Mai 1995: Kinderarbeit in der Teppichindustrie Indiens. Aachen 1995. terre des hommes (Hrsg.): Alles käuflich? Kinder in der Prostitution. Osnabrück 1993. terre des hommes (Hrsg.): Schuften statt Spielen. Kinderarbeit weltweit. Osnabrück 1993. Bezug: terre des hommes, Ruppenkampstr. 11a, 49031 Osnabrück. |
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Auszug aus dem Buch: Verein für Friedenspädagogik, Tübingen 1996. |
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