Methoden


Seminarregeln

Zum Inhalt von "Methoden"

1. Damit Sie lernen,

was für Sie das Beste, Wirkungsvollste und Notwendigste ist, müssen Sie ihre Lernbedürfnisse (und ihre Interessen) äußern.

 

2. Die Verantwortung für das,

was Sie lernen, liegt zu einem großen Teil bei Ihnen selbst. Sie müssen aktiv werden, damit Sie etwas lernen und der Unterricht wenigstens zum Teil Ihre Bedürfnisse befriedigen kann.

 

3. Es ist sinnvoll und notwendig

für Ihren Lernerfolg, wenn Sie darauf hinweisen, wenn Ihnen etwas zu schnell geht, wenn Sie etwas nicht verstanden haben oder wenn Sie etwas unwichtig finden oder ganz anderer Meinung sind.

 

4. Ziehen Sie sich nicht zurück,

wenn Sie merken, daß auf Ihre Probleme und Bedürfnisse nicht eingegangen wird, sondern äußern Sie sich und überlegen Sie mit den anderen und der Lehrerin bzw. dem Lehrer, wie der Zustand verändert werden kann. Es reicht oft schon zu sagen: "Ich habe mir das anders vorgestellt" oder: "Könnte mir hier jemand weitere Informationen geben" etc.

 

5. Es ist für das Lernen sinnvoller,

Langeweile oder Ärger nicht zu unterdrücken oder außerhalb des Unterrichts abzureagieren, sondern die eigenen Empfindungen zu äußern und den anderen Schülerinnen und Schülern mitteilen. Vielleicht sind die anderen in einer ähnlichen Lage. Verändert werden kann eine solche oder ähnliche Situtation nur, wenn sie sichtbar, d. h. angesprochen wird.

 

6. Lernen geschieht immer auf zwei Ebenen:

Einmal, indem Inhalte (Stoff) vermittelt und ausgetauscht werden (= Inhaltsebene) und zum anderen, indem durch diese Vermittlung auch Gefühle geprägt und verändert werden (= Gefühlsebene).

So z. B. kann Sie manchmal die Art und Weise ärgern, in der eine Lehrerin bzw. ein Lehrer oder eine Mitschülerin bzw. ein Mitschüler redet; oder Sie freuen sich über die Tatsache, daß Sie jemand anspricht oder fragt. Wenn Sie aber ärgerlich sind, können Sie den Lerninhalten nicht mehr soweit folgen, wie Sie es dann könnten, wenn Sie ausgeglichen wären. Deshalb ist es wichtig, auch über die Stimmungen Aussagen zu machen, die beim Lernen auftreten.

 

7. Meist ist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern klar,

daß die Leiterin oder der Leiter für sie wichtig ist, es ist ihnen aber nur selten bewußt, daß auch die Leiterin / der Leiter in jeder Kurssituation neue Erfahrungen macht und von den Stimmungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beeinflußt wird.

 

Vgl. Kh. Geißler / M. Hege: Konzepte sozialpädagogischen Handels. 2. Auflage, München 1991, S. 249 f.


© Günther Gugel: Praxis politischer Bildungsarbeit. Methoden und Arbeitshilfen. 5. Auflage, Tübingen 1999.



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