Grenzen der Anwendung von Methoden |
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Methoden können fehlende Inhalte nicht ersetzen. Sowohl in der Fortbildung als auch im Unterricht stehen natürlich nicht die Methoden, sondern die Inhalte im Vordergrund. Methoden haben "dienende" Funktionen. Sie müssen die Auseinandersetzung mit dem Thema forcieren und dürfen nicht selbst im Mittelpunkt stehen. Die Anwendung vielfältiger und abwechslungsreicher Methoden darf nicht vom Thema ablenken, sondern muß sich immer im Hinblick auf die Arbeit mit und am Thema messen lassen.
Methoden können bestehende Konflikte nicht überspielen. Konflikte zwischen Moderatorinnen/Moderatoren bzw. Lehrerinnen/Lehrern und Schülerinnen/Schülern tauchen immer wieder auf. Die Anwendung arbeitsintensiver oder spielerischer Methoden darf nicht zu einer Ablenkung oder Überspielung solcher Konflikte führen. Vielmehr müssen in einer solchen Situation Methoden dazu dienen, die Konflikte greifbar und begreifbar und damit bearbeitbar zu machen.
Methoden können mangelnde Kompetenz nicht ausgleichen. Der Zugriff auf vielfältige Methoden und deren Einsatz im Bildungsbereich kann nicht über mangelnde inhaltliche und methodische Kompetenz hinwegtäuschen. Auch unkonventionelle Methoden garantieren nicht per se eine gelungene Fortbildung oder einen guten Unterricht. Nur der gekonnte und reflektierte methodische Einsatz, verbunden mit fundierten thematischen Kenntnissen, läßt eine Bildungssituation planbar werden.
Methoden sind kein Selbstzweck. Die Anwendung von kreativen Methoden (vor allem im gestaltenden Bereich) kann u. U. schnell zu einer Gruppeneuphorie oder zu gruppendynamischen Prozessen führen, die von Laien nicht mehr oder nur sehr schwer beherrschbar sind. Um eine solche Eigendynamik zu vermeiden, sollten solche Methoden nie um ihrer selbst willen verwendet werden. |
| © Günther Gugel: Praxis politischer Bildungsarbeit. Methoden und Arbeitshilfen. 5. Auflage, Tübingen 1999. |
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