Methoden



Grundsätzliches zu Methoden in der Bildungsarbeit

Zum Inhalt von "Methoden"

Die Wirksamkeit und Attraktivität von Bildungsarbeit ist nicht zuletzt eine Frage der Methoden. Ansprechende und attraktive Methoden können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer motivieren und sie zu einer Auseinandersetzung mit ansonsten häufig als trocken (oder gar langweilig) empfundenen Themen und Problemen veranlassen.

Methoden in der Bildungsarbeit lassen sich grundsätzlich in zwei Formen einteilen:

  • in Methoden, die sich auf die sozialpsychologische Ebene beziehen (u. a. auch Interaktion und Kommunikation in Gruppen) und
  • in Methoden, die sich auf die Inhaltsvermittlung beziehen.

Methoden sind dabei keine Tricks und Kniffs, um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Stange zu halten. Sie sind auch kein Allheilmittel gegen eine langweilige Seminargestaltung.

Methoden sind Verfahren, mit deren Hilfe sich alle Beteiligten mit einem Thema so auseinandersetzen, daß sie zu neuen Einsichten und Kompetenzen gelangen können.

Für die Anwendung möglichst vielfältiger und abwechslungsreicher Methoden spricht eine Reihe von Gründen:

  • Lernen gelingt vor allem dann, wenn Konzentrations- und Entspannungsphasen sich abwechseln. Die Anwendung unterschiedlicher Methoden kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
  • Nicht alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzen sich auf die gleiche Weise mit einem Thema auseinander. Methodenvielfalt kann hier unterschiedliche Lernarten berücksichtigen.
  • Eintönigkeit und Gleichförmigkeit (z. B. immer nur reden) ist ermüdend und wirkt demotivierend. Ein Methodenwechsel kann hier neue Impulse bringen.
  • Nicht nur die Leitung, sondern auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tragen Verantwortung für das Seminargeschehen. Nur die Anwendung vielfältiger teilnehmerorientierter Methoden ermöglicht eine starke Einbeziehung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

 

Methoden sind keine Manipulationsinstrumente 

Methoden dürfen nicht für Indoktrination oder Manipulationszwecke verwendet werden. Die grundlegenden Prinzipien der (politischen) Bildungsarbeit müssen sich auch in den angewandten Methoden niederschlagen:

Das Indoktrinationsverbot:

Es ist nicht erlaubt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ­ mit welchen Mitteln auch immer ­ im Sinne erwünschter Meinungen zu überwältigen und damit an der Gewinnung eines selbständigen Urteils zu hindern.

Das Kontroversegebot:

In der Wissenschaft und Politik ausgetragene Kontroversen müssen auch in der Bildungspraxis kontrovers behandelt werden.

Die Teilnehmerzentrierung:

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen in die Lage versetzt werden, sowohl die politische Situation als auch ihre eigene Situation und Interessenlage zu analysieren, sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die politische Situation im Sinne ihrer Interessenlage zu beeinflussen.

In methodischer Hinsicht folgt daraus, daß Lernformen, die Selbständigkeit und Eigenarbeit fördern, Vorrang haben müssen vor Formen des Belehrens.

© Günther Gugel: Praxis politischer Bildungsarbeit. Methoden und Arbeitshilfen. 5. Auflage, Tübingen 1999.



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