Diskriminierung von Frauen - eine Spurensuche |
| Übersicht Unterricht konkret |
Didaktische Hinweise Verlaufsskizze
|
| M 1: Leitfaden zur Erkundung: Diskriminierungen von Frauen | Seitenanfang |
1. Arbeitswelt
2. Familie
3. Erziehung/Bildung
4. Medien
5. Gesellschaft und Politik
|
| M 2: Frauen in der Schule | Seitenanfang |
|
| M 3: Mädchen und Jungen im Unterricht | Seitenanfang |
Unsere Beobachtungen und Analysen von Unterricht in großstädtischen, mittelstädtischen und ländlichen Gebieten Hessens, in Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Einrichtungen der Erwachsenenbildung zeigen, daß das Klassenzimmer für Mädchen und Jungen nicht denselben Erfahrungsraum beinhaltet, daß Jungen und Mädchen nicht in der gleichen Weise unterrichtet werden und daß ihre kommunikativen Kompetenzen nicht in der gleichen Weise bewertet werden und in die Kommunikationsnormen des Klassenzimmers eingehen. Claudia Fuchs: Interaktionen im Unterricht. In: Diskussion Deutsch, 20. Jg., Heft 105, 2/1989, S. 92. Arbeitsfragen zu M 4
|
| M 4: Gewalt gegen Frauen | Seitenanfang |
| Mehr als eine halbe Million Frauen sterben jährlich an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt. Weltweit wird etwa einem Viertel aller Frauen zu Hause Gewalt angetan. Untersuchungen in einzelnen Gemeinden kommen teilweise sogar zu erheblich höheren Ergebnissen. Demnach sind bis zu 50 Prozent der Frauen in Thailand, 60 Prozent in Papua-Neuguinea und Südkorea und 80 Prozent in Pakistan und Chile von Gewaltdelikten betroffen. Gewalt in der Familie führt oft zu schwerwiegendsten körperlichen Mißhandlungen an Frauen. Sie werden oft so brutal verletzt, daß sie ein Krankenhaus aufsuchen müssen. Vieles bleibt jedoch der Öffentlichkeit verborgen, weil die Frauen schweigen, aus Angst und Scham. Häusliche Gewalt ist die schwerwiegendste Form der Gewalt gegen Frauen, die oft erst bei notwendigen Krankenhausaufenthalten ans Licht kommt. Andere Delikte, wie Vergewaltigungen und Verletzungen nach Überfällen, rangieren an zweiter und dritter Stelle. Frauen werden weltweit durch Ehemänner oder Lebenspartner brutal mißhandelt. Männer genießen dabei oft den unberechtigten Schutz durch den Ort des Geschehens: die Privatsphäre. Denn dort haben Freunde, Nachbarn und Behörden nur schwer Zugang. Hinzu kommt, daß Frauen ihre häuslichen Peiniger seltener anzeigen als bei anderen Gewalthandlungen. Frauen schweigen zu ihrer Mißhandlung aus Schuldgefühlen. Sie führen die Peinigung durch ihren Lebenspartner auf ihren niedrigen gesellschaftlichen Status zurück. Sie geben sich selbst die Schuld an der Mißhandlung, weil sie es von klein auf durch die Vermittlung gängiger Rollenbilder nicht anders kennen. Sie meinen fälschlicherweise, Frauen hätten sich in den Dienst von Männern zu stellen. Zugleich schützen sie damit ihre Peiniger. Sie verlieren ihr Selbstwertgefühl und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Mißhandelte Frauen ziehen sich oft von allen Bekannten zurück, insbesondere von ihrer Familie und ihren FreundInnen. Kinder leiden ebenso an den Gewalthandlungen. Mißhandelte Frauen leben mit dem größeren Risiko einer Fehlgeburt; diese Gefahr steigt um das Doppelte. Das Risiko von Früh- oder Mangelgeburten klettert auf das Vierfache. Kinder mißhandelter Frauen sind häufig unterernährt, brechen die Schule ab, und vor allem Jungen neigen unter Umständen später selbst zu Gewalthandlungen, weil der Mann in der Familie ihnen diese Rolle vermittelt hat. Vgl. UNICEF: Zur Situation der Kinder in der Welt 1995. Frankfurt/M. 1995, S. 54 f. |
| Literaturhinweise | Seitenanfang |
| Ache, Susanne / Anne Huschens: Frauen, Gleichberechtigung, Gleichstellung,
Emanzipation? Reihe Geschichte und Politik - Unterrichtsmaterialien. Frankfurt/M.
1990. Cordes, Mechthild / Elke Begander: Die Frauenfrage. Tübingen 1993. Fiegel, Verena: Der Krieg gegen die Frauen. Bielefeld 1993. Jung, Reinhardt (Hrsg.): Muchacha. Die unsichtbaren Dienerinnen Lateinamerikas. Göttingen 1990. Kersting, Ursula / Regina Riepe / Brigitte Vest: Sie halten die Fäden in der Hand. Vom Leben und Arbeiten der Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Misereor, Aachen 1991. Kindernothilfe e.V. (Hrsg.): Nur ein Mädchen. Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe I zum Thema: "Mädchen und Frauen in der Dritten-Welt". Duisburg 1994. Launer, Ekkehard / Renate Wilke-Launer: Zum Beispiel Frauenalltag. Göttingen 1990. Randzio-Plath, Christa / Sigrid Mangold-Wegner: Frauen im Süden. Bonn 1995. Müller, Sigrid / Claudia Fuchs: Handbuch zur nichtsexistischen Sprachverwendung in öffentlichen Texten. Frankfurt 1993. |
![]() |
Auszug aus dem Buch: Verein für Friedenspädagogik, Tübingen 1996. |
|
© Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. Corrensstr.12, D-72076 Tübingen, Tel.: 07071/920510, Fax: 07071/9205111 E-Mail: kontakt@friedenspaedagogik.de http://www.friedenspaedagogik.de |