Was sagen Religionen zum Frieden?
Das Christentum, der Islam, das Judentum, der Hinduismus und der Buddhismus gehören zu den großen Weltreligionen. Gibt es zwischen diesen sehr unterschiedlichen Glaubensrichtungen ein einigendes Band, wenn es um den Frieden geht? Der Theologe Hans Küng ist genau dieser Ansicht. Gemeinsam mit Menschen aus allen Weltreligionen tritt er dafür ein, dass sich die Gläubigen auf eine gemeinsame Botschaft besinnen, die in allen Religionen zu finden ist.
Man nennt diese gemeinsame Botschaft der Religionen die "goldene Regel".
Sie lautet zum Beispiel im Judentum:
"Tue nicht anderen, was du nicht willst, dass sie dir tun."
Oder im Islam:
"Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht, was er sich selber wünscht."
Und für die Christen gilt:
"Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen ebenso."
Wenn die Religionsführer und die gläubigen Menschen an dieser Regel festhalten, dann sind die Chancen größer, dass die Religionen einen Beitrag zum Weltfrieden leisten können und dass der Glaube nicht als Begründung für einen Krieg verwendet wird.